Product Breakdown StructureDie Konfiguration eines Produkts ist gemäß der ISO 10007 die Summe der funktionellen und physischen Merkmale eines Produkts, wie sie in seinen technischen Dokumenten festgehalten und im Produkt verwirklicht sind.

Laut der amerikanischen Normungsbehörde ANSI wird das Konfigurationsmanagement wie folgt beschrieben:

Konfigurationsmanagement ist ein Managementprozess zur Herstellung und Erhaltung einer Übereinstimmung der Produktleistungen sowie der funktionalen und physischen Eigenschaften des Produkts mit den Anforderungen, dem Produktdesign und den operativen Informationen während des gesamten Produktlebenszyklus.

Durch das Konfigurationsmanagement stellen wir sicher, dass unsere Produkte sowie die Produkte unserer Kunden, für die wir das Konfigurationsmanagement als Service anbieten, jederzeit die Anforderungen, die an die Produkte gestellt werden, erfüllen und jede Änderung genehmigt und dokumentiert wird.

Das Konfigurationsmanagement läuft in einem festgelegten Prozess ab. Dieser besteht aus vier Teilprozessen:

  • Konfigurationsidentifikation
    Die Konfigurationsidentifikation ist die Voraussetzung für weitere Prozessschritte:

    • Gliederung zur Produktstruktur (Baum)
      Die Produktstruktur beschreibt die technische Gliederung eines Produkts. Dabei werden die Anordnungen der Konfigurationseinheiten innerhalb des Produkts sowie deren Beziehungen untereinander festgelegt.
      Die Produktstruktur sollte hierarchisch aufgebaut werden, ausgehend vom Gesamtprodukt hin zu den einzelnen Konfigurationseinheiten.
      Die Konfigurationseinheiten werden dabei in einem strukturierten Prozess ausgewählt. Das Produkt wird „von oben nach unten“ in logisch zusammenhängende und jeweils untergeordnete Einheiten unterteilt. Man unterscheidet „übergeordnete“ und „untergeordnete“ Konfigurationseinheiten. Die übergeordneten Einheiten werden aus untergeordneten Konfigurationseinheiten zusammengesetzt.

    • Auswahl der Konfigurationseinheiten
      Es ist sinnvoll, für die Auswahl der Konfigurationseinheiten klare Ordnungskriterien vorzugeben. Bei der Auswahl ist ein strenger, aber realistischer Maßstab anzulegen. Die Auswahl von zu vielen Konfigurationseinheiten beeinträchtigt die Übersicht über das Produkt und behindert so das effiziente Steuern der Konfigurationen. Wählt man zu wenige Konfigurationseinheiten aus führt dies zu logistischen Problemen und schränkt die Möglichkeiten eines effizienten Konfigurationsmanagements ein.
      Es sollen daher genau die Konfigurationseinheiten ausgewählt werden, deren Eigenschaften und Leistungsparameter getrennt behandelt werden können und die wesentlich für die Gesamtleistung des Endprodukts sind.

    • Nummerierung zur eindeutigen Identifikation (z.B. Teilekennzeichen)
      Für jede Konfigurationseinheit muss ein Konfigurationsdokument angelegt werden. Hier empfiehlt es sich, dies in einer Datenbank abzulegen. In diesem Dokument werden alle erforderlichen funktionellen und physischen Merkmale der Konfigurationseinheit sowie alle Schnittstellen, erfolgten Änderungen und ggf. Sonderfreigaben dokumentiert. Die Konfigurationsdokumente müssen zum Zwecke der Wiederauffindbarkeit eindeutig gekennzeichnet sein.
      Zu diesem Zweck empfiehlt sich eine eindeutige Benummerung. Zu Beginn eines KM-Projekts sollte eine verbindliche Benummerungsregel aufgestellt werden, die bei der Identifizierung von Konfigurationseinheiten, deren Teilen und Baugruppen sowie den zugehörigen Dokumenten angewandt wird. Durch das Benummerungssystem muss auch die Verfolgung von Änderungen möglich sein. Hier empfiehlt sich die Verfolgung von sogenannten Revisionsständen. Die Dokumentation kann mit verschiedenen Software-Tools durchgeführt werden. Beispiele hierfür sind SAP, ECPDM, Engineering Base u.ä.

    • Dokumentation der Konfigurationseinheiten
      Wesentliche Fragestellungen sind hier die Granularität der Konfigurationseinheiten, die Bezugskonfigurationen (Baselines) und die Auswahl einer sinnvollen Benummerungssystematik.

  • Konfigurationsüberwachung
    Schwerpunktmäßig wird hier das Änderungsmanagement der Konfigurationen sichergestellt. Kernpunkte sind das Identifizieren, Beschreiben, Klassifizieren, Bewerten, Genehmigen und Einführen von beantragten Änderungen.
    Eine wichtige Instanz im Rahmen des Konfigurationsmanagements bildet der Konfigurationsausschuss oder auch Change Control Board. Jede beantragte Änderung einer Konfigurationseinheit muss vom Konfigurationsausschuss genehmigt werden.
    Um ein gesichertes Konfigurationsmanagement sicherzustellen, empfiehlt sich die Einführung eines festgeschriebenen formalen Prozesses. Referenzobjekt für die KÜ ist die Bezugskonfiguration / Baseline. Entscheidungen werden vom Change Control Board getroffen.
    Im Rahmen der Konfigurationsüberwachung werden alle Auswirkungen von Änderungen bewertet. Den Grad der Formalisierung des Bewertungsprozesses wird durch die Auswirkungen der Änderungen auf das Produkt, die Kundenanforderungen sowie die betroffene Bezugskonfiguration festgelegt. Beispielsweise können leichte und schwerwiegende Änderungen unterschieden und unterschiedlich formal abgewickelt werden.



  • Konfigurationsbuchführung
    Die Konfigurationsbuchführung beginnt sinnvollerweise mit dem ersten Erstellen von Konfigurationsdaten. Im Rahmen der Buchführung sollen alle Daten aus der Konfigurationsidentifizierung sowie alle Abweichungen von der Bezugskonfiguration verfügbar gemacht werden. So wird eine Rückverfolgbarkeit auf die Bezugskonfiguration ermöglicht.
    Die Konfigurationsbuchführungsdaten sind üblicherweise ein Nebenprodukt der Konfigurationsidentifikation und der Konfigurationsüberwachung. Es sollte vermieden werden, separate Buchführungsdaten zu erzeugen. Auch hier bietet sich die Speicherung in einer Datenbank an.



    bookkeeping

  • Konfigurationsaudit
    Im Rahmen des Konfigurationsaudits wird die Übereinstimmung der Konfiguration hinsichtlich der Erfüllung der funktionellen und physikalischen Merkmale ermittelt.
    Man unterscheidet zwei Arten von Konfigurationsaudit:
    • Funktionsbezogenes Audit: formale Prüfung, ob eine KE die festgelegten Leistungen erreicht
    • Physisches Audit: Prüfung, ob eine Konfiguration mit ihren Dokumenten übereinstimmt.

Das Konfigurationsaudit wird in der Luftfahrt oft von der Behörde (Luftfahrtbundesamt) oder auch dem Kunden durchgeführt.